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Bewegende Memoiren von Eric Dane – «Gebt niemals auf»

Eric Dane gab 2025 seine ALS-Diagnose bekannt. (Archivbild)

In der Krankenhaus-Serie «Grey’s Anatomy» hat er den Spitznamen «McSteamy» getragen. Sechs Jahre lang verkörperte Eric Dane den Chirurgen und Frauenschwarm Dr. Mark Sloan, an der Seite von Patrick Dempsey als Arzt Derek «McDreamy» Shepherd. Die beliebte Serie machte Dane zum Star. Doch die Karriere des Schauspielers nahm krankheitsbedingt ein plötzliches Ende. «Bei mir wurde ALS diagnostiziert», gab er im April 2025 bekannt. Er starb im vergangenen Februar – mit 53 Jahren. 

Der Hollywood-Star hinterlässt einen berührenden Rückblick auf sein Leben. Das im Hannibal-Verlag erscheinende Buch «Die angezählten Tage» geht weit über eine Aufzählung der Stationen seiner Karriere hinaus. Dane zog Bilanz mit dem Wissen, dass seine Tage gezählt sind. Es ist vor allem eine Hinterlassenschaft für seine Töchter Billie und Georgia, denen er das Buch widmete und viele Ratschläge mit auf den Weg gab. «Gebt niemals auf. Egal, was euch widerfährt, kämpft bis zum letzten Atemzug.»

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Er schrieb nicht in Kapiteln, sondern in Momentaufnahmen, über wichtige Tage und Erlebnisse in seinem Leben. Es beginnt mit «Heute 6.15 Uhr»: Seine Pflegerin hält ihm ein Telefon an den Mund, damit er eine SMS an seine jüngere Tochter diktieren kann. Er könne es nicht mehr greifen, auch seinen Hals nicht mehr drehen, beschrieb Dane seinen Zustand. Wie ein «erwachsenes Kleinkind» liege er bewegungsunfähig im Bett. 

Erste Anzeichen für die Krankheit

Unter «Der Tag, an dem es mir entglitt» reflektierte er über die ersten Anzeichen im Januar 2024. Die Hand kribbelt, die Finger sind taub. Er kann die Stäbchen beim Sushi essen nicht mehr festhalten. Nach vielen Arztbesuchen habe er das «Todesurteil» dann im November erhalten.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) betrifft das zentrale und periphere Nervensystem. Dabei werden Nerven zerstört, es kommt zu Schluck-, Atmungs- und Sprechstörungen, Muskelschwund und Lähmungen, die schließlich zum Tod führen. Aber die «Arschgeleckte Lebensverändernde Scheißkrankheit» hätte ihm auch ein unerwartetes Geschenk gemacht – «die Fähigkeit, ganz im Moment zu leben», schrieb Dane. 

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Dane blickte in dem Buch auf seine schwierige Kindheit in San Francisco zurück. Er war sechs, als die Eltern sich trennten. Sein Vater beging kurz darauf Suizid, wenig später starb seine geliebte Großmutter. Ein Stiefvater stieß zu der «zerrütteten» Familie. Er habe damals beschlossen, «stark» zu sein und alle Gefühle zu unterdrücken, schrieb Dane. 

«Ich möchte Fernsehstar werden»

Mit 17 Jahren belegte er eine Schauspielklasse an der Schule und packte seinen lange gehegten Traum an: «Ich möchte Fernsehstar werden». Ohne High-School-Abschluss und mit 40 Dollar in der Tasche ging es im Mai 1990 nach Hollywood. Doch die schnelle Karriere blieb vorerst aus. 

Auf den gut 240 Seiten seiner Memoiren offenbarte der TV-Star auch seine Schwächen, Abstürze und Versäumnisse und beschönigte dabei nichts. Die Töchter sollen auf diese Weise alles über ihn erfahren – als «unvollkommenen Menschen mit all seinen Makeln». 

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Er nahm Drogen, auch Heroin, Kokain, Speedballs. Auf Partys und in Clubs habe er andere «mit großen Träumen» getroffen, darunter Matthew Perry, schrieb Dane. Dem kompletten Zusammenbruch sei er nur um Haaresbreite entkommen, bekannte der Schauspieler. Er suchte Entzugskliniken auf. 

Als «McSteamy» zum Star

Langsam ging es in Hollywood aufwärts, er sprach vor, erhielt kleine Rollen in Serien wie «California High School», «Eine schrecklich nette Familie» oder «Charmed – Zauberhafte Hexen». Auf einer Party lernte er die Schauspielerin Rebecca Gayheart kennen – «eine stürmische Romanze», die 2004 mit einer Blitzhochzeit in Las Vegas besiegelt wurde. Ihr habe er auch die Rolle als «McSteamy» zu verdanken, schilderte Dane. Denn nur auf ihr Drängen hin sei er für die zunächst als kleiner Gastauftritt geplante Rolle überhaupt zum Vorsprechen erschienen. Er habe ein großes Ego gehabt und eigentlich nur eine Hauptrolle spielen wollen.

Die Ärzte-Serie wurde sein «Traumjob». Von Staffel 3 bis 9 war er Teil der Hauptbesetzung, das Serien-Aus für «McSteamy» kam 2012 – durch einen Flugzeugabsturz. Zu dem Zeitpunkt sei er nach einem Bandscheibenvorfall längst wieder süchtig gewesen, unter anderem nach Schmerzmitteln, gestand Dane. Im Laufe der Serie sei er fünfmal auf Entzug gegangen. 

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Dane machte Diagnose 2025 öffentlich

Als Dane im Frühjahr 2025 die ALS-Diagnose bekanntgab, sagte er dem US-Magazin «People»: «Ich bin dankbar, dass meine liebevolle Familie an meiner Seite ist, wenn wir dieses nächste Kapitel meistern». 2004 heiratete er Gayheart, die gemeinsamen Töchter wurden 2010 und 2011 geboren. Nach 14 Jahren Ehe reichte Gayheart die Scheidung ein, zog den Antrag aber später zurück. Rebecca sei seine beste Freundin geblieben, schrieb Dane in dem Buch. 

Er wolle die Leser daran erinnern, jeden Moment aus vollem Herzen zu leben, teilte er im Dezember 2025 mit, als er sein Buchprojekt ankündigte. Zu diesem Zeitpunkt war Dane bereits auf einen Rollstuhl angewiesen. «Die Krankheit ist schneller fortgeschritten als vorhergesagt», schrieb er am Ende. «Wozu hat man Arme oder Beine, wenn man sie nicht benutzen kann?» Irgendwann in den vergangenen Monaten habe er seine Tochter zum letzten Mal umarmt und es nicht einmal gewusst, sinnierte der Vater.