London (dpa) –
Prinz Harry und seine Frau Herzogin Meghan kommen nach ihrer aufsehenerregenden Rückkehr nach Großbritannien nicht zur Ruhe. Ein mutmaßlicher Zwischenfall mit Fotografen an der neuen Schule der beiden Kinder, Prinz Archie (7) und Prinzessin Lilibet (5), sorgt für großes Aufsehen – von Alltag kann im Hause Sussex keine Rede sein.
Was war passiert? An der Schule, deren Name nicht öffentlich kommuniziert wird, sollen sowohl vom privaten Sicherheitsdienst als auch vom Schulpersonal zwei junge Männer mit Rucksäcken dabei beobachtet worden sein, wie sie das Schulgelände umrundeten und mutmaßlich auskundschafteten. Beide Männer sollen später als Fotografen identifiziert worden sein. In einer Stellungnahme, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, verurteilten Harry und Meghan das als «außergewöhnlich rücksichtslos».
Archie und Lilibet besuchen seit September ihre neue Schule in England. Der Umzug von Harry mitsamt Familie für mindestens mehrere Monate hatte im Vereinigten Königreich ein riesiges Medieninteresse hervorgerufen. Wochenlang wurde darüber spekuliert, welche Schule genau die beiden Kinder besuchen werden.
Deutliche Worte aus dem Hause Sussex
«Welche Fotos sie auch immer machen wollten: Dies war nicht nur ein unakzeptabler Eingriff in die Privatsphäre von Kindern, sondern auch ein unverantwortliches und unüberlegtes Verhalten im Umfeld einer Schule», teilte ein Sprecher des Ehepaares mit. Es sei ein «gewaltiger Unterschied» zwischen legitimer Medienberichterstattung und Fotografen, die «die Außenbegrenzung einer Schule abgehen, anhalten, um auf das Gelände zu blicken, und Kinder bei ihrem Schulalltag beobachten».
Insbesondere für Harry ist der Umgang der Medien mit seiner Familie ein wunder Punkt. Seit Jahren streitet sich der zweitälteste Sohn von König Charles III. (77) mit den Verlagen von Boulevardzeitungen. Im Kern geht es um die mindestens rücksichtslosen Recherchemethoden; in einem großen, zuletzt verlorenen Verfahren war Harry einer von mehreren prominenten Klägern. Der 42-Jährige macht zudem die damals dem Auto seiner Mutter hinterher rasenden Paparazzi für den tödlichen Autounfall von Prinzessin Diana in Paris mitverantwortlich.
Zum aktuellen, mutmaßlichen Zwischenfall ließ die Familie ausrichten: «Es ist schon besorgniserregend genug, dass bestimmte europäische Paparazzi scheinbar unwillig sind, die Privatsphäre von Kindern in der Schule zu respektieren.» Polizeiliche Ermittlungen wurden bislang nicht von den Behörden bestätigt.
Sprecher zieht Vergleich zu Vorfall an Militärstützpunkt
Besondere Brisanz scheint der Zwischenfall zu bekommen, weil die Schule nicht nur von den Sussex-Kindern besucht wird, sondern auch von Kindern aus amerikanischen Familien mit Verbindungen zu einer nahe gelegenen US-Militäreinrichtung. Nahe dem von den US-Streitkräften genutzten Stützpunkt RAF Fairford waren am Wochenende fünf Männer unter Terrorverdacht verhaftet worden, inzwischen sind sie unter Auflagen auf freiem Fuß.
«Sich unter diesen besonderen Umständen – und so kurz nach dem Vorfall bei der RAF Fairford – auf diese Weise zu verhalten, zeugt von einem außergewöhnlichen Mangel an Urteilsvermögen», teilte der Sprecher mit. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen ist aber sehr unwahrscheinlich.
