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Spanisches Drama «La Bola Negra» gewinnt in Toronto

Ihr Film gewann in Toronto. Bei der Preisverleihung waren die beiden nicht. Hier sieht man Javier Ambrossi (l) und Javier Calvo in Cannes.

Drei miteinander verwobene Lebensgeschichten über Liebe, Begehren und gesellschaftliche Unterdrückung haben das Publikum in Toronto am meisten bewegt: Das spanische Drama «La Bola Negra» von Javier Calvo und Javier Ambrossi ist am Sonntag zum Siegerfilm des 51. Toronto International Film Festival (TIFF) gekürt worden.

Der Film folgt drei homosexuellen Männern in unterschiedlichen Epochen Spaniens, vom Umfeld des Bürgerkriegs bis in die Gegenwart. Verbunden sind ihre Schicksale mit dem Vermächtnis des Dichters Federico García Lorca und einem seiner letzten unvollendeten Werke. Lorca, dessen Texte immer wieder von unterdrückter Identität und Sexualität handelten, wurde 1936 von Faschisten getötet.

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Für das «La Bola Negra» ist Toronto der zweite große Festivalerfolg des Jahres: Im Mai wurden Calvo und Ambrossi in Cannes bei den Filmfestspielen mit dem Regiepreis ausgezeichnet.

Bei der Preisverleihung in Toronto waren die beiden Regisseure nicht anwesend, ließen aber eine persönliche Nachricht verlesen. «Es ist ein zutiefst persönlicher Film, aber er vermittelt auch eine Botschaft darüber, wie wichtig und notwendig es ist, auszudrücken, wer man ist», erklärten Calvo und Ambrossi. «Zu wissen, dass das Publikum sich damit identifizieren und den Film zu seinem eigenen gemacht hat, ist das größte Geschenk, das wir erhalten können.»

«I Play Rocky» auf Platz zwei

Auf Platz zwei des People’s Choice Award kam Peter Farrellys «I Play Rocky». Der Film erzählt vom damals noch unbekannten Sylvester Stallone und seinem hartnäckigen Kampf darum, sein Drehbuch über den Boxer Rocky Balboa nur unter einer Bedingung zu verkaufen: Er wollte die Hauptrolle selbst spielen.

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Rang drei ging an «Being Heumann» von Oscar-Preisträgerin Siân Heder («CODA»). Das Biopic mit Ruth Madeley und Mark Ruffalo über die einflussreiche US-Behindertenrechtsaktivistin Judy Heumann hatte das Festival eröffnet.

Andrew Scott überzeugt als todkranker Hamlet-Darsteller

Der International People’s Choice Award wurde an Simon Stones «Elsinore» vergeben. Andrew Scott spielt darin den schottischen Schauspieler Ian Charleson, der Ende der 1980er-Jahre trotz seiner Aids-Erkrankung als Hamlet auf einer Londoner Bühne stand. Auf den weiteren Plätzen landeten Lee Chang-dongs «Possible Love» und Hur Jin-hos «The Assassin(s)».

Als besten Dokumentarfilm wählte das Publikum «Darlene Love: I Know Where I’ve Been» von Barry Avrich. Die Doku zeichnet die bewegte Karriere der lange unterschätzten Sängerin nach, die zunächst im Kirchenchor sang und später oft ohne Namensnennung an einigen der größten Hits der 1960er-Jahre beteiligt war. Der Publikumspreis der Midnight-Madness-Reihe ging an Matthew Rankins «Ladies and Gentlemen, Brian Mulroney».

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Auch Jury-Preise beim TIFF

Neben den Publikumspreisen wurden in Toronto auch Jury-Auszeichnungen vergeben. Den Platform Prize gewann Theja Rio für die indische Produktion «Angh». Die Auszeichnung hat in diesem Jahr zusätzliche Bedeutung: Erstmals kann sich ein nicht-englischsprachiger Gewinnerfilm damit direkt für das Auswahlverfahren zum Oscar als bester internationaler Film qualifizieren.

Das kanadische Kino wurde ebenfalls geehrt. Cody Lightnings «Smudge the Blades» über ein indigenes Eishockeyteam im Norden Albertas gewann als beste heimische Nachwuchsproduktion. Der Preis für den besten kanadischen Spielfilm ging an die Coming-of-Age-Komödie «Sunburn».

Während der vergangenen elf Tage präsentierte das TIFF 294 Filme aus 72 Ländern. Anders als bei Festivals wie Cannes, Berlin oder Venedig werden in Toronto die Gewinnerfilme nicht von einer Jury gewählt. Stattdessen stimmen die Zuschauer für ihre Lieblingsfilme ab.

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